Vatikanische Museen

File 884Die Vatikanischen Museen, oder Musei Vaticani wie sie lateinisch benannt werden, befinden sich auf dem Territorium des Vatikan und beherbergen eine der kostbarsten und historisch bedeutsamsten Sammlungen der europäischen Welt. Die kunsthistorischen Schätze sind Eigentum des Vatikans, ihre reiche Anzahl an Exponaten in Malerei und Skulptur wuchs seit der Renaissance über Jahrhunderte hinweg aufgrund des grossen Sammeleifers der Päpste. Auch Kutschen, Sänften und Automobile (im "Padiglione delle Carrozze"), ein Ethnologisches Museum sowie ein Saal mit staunenswerten Landkarten aus dem 16. Jh. gehören zu den Schätzen der Vatikanischen Museen. Überdies sind hier auch berühmte Monumente wie die Sixtinische Kapelle mit den Fresken Michelangelos, die Stanzen des Raffael und die Kapelle von Fra Angelico untergebracht. Ein einziger Tag wird nicht reichen um den in mehrere Museen und Galerien aufgeteilten Komplex der Vatikanischen Museen zu erkundschaften – chronologisch gesehen findet man wirklich zu jeder wichtigen Epoche Europas bedeutende und interessante Ausstellungsstücke.

File 945Den ältesten Teil bilden die ägyptischen und assyrischen Altertümer, darunter werden Mumien und Papyri aus dem alten Ägypten und kaiserzeitliche Statuen gezeigt, die bereits nach Rom geschafft wurden, als Ägypten römische Provinz wurde (1. Jh. v.Chr.).

Das "Etruskische Museum" beinhaltet eine umfangreiche Vasensammlung und Kleinbronzen aus der Frühzeit Roms sowie Funde aus dem hellenisierten Süditalien (8./7. Jh. v.Chr.).

Das "Museo Pio – Clementino" umfasst mehrere Säle, in denen zahlreiche Stücke der griechischen und römischen Antike vorzufinden sind. Dieser Bereich um einen achteckigen Hof herum geht auf die Initiative der Päpste Clemens XIV. und Pius VI. zurück, die im 18. Jh. einen herrschaftlichen Raum für die klassischen Altertümer des Vatikans schaffen wollten. Darunter befinden sich berühmte Plastiken wie die Statue des "Apoxyomenos", die Statuengruppe des "Laokoon" und der "Apoll von Belvedere". Um den Hof herum schliessen sich eine Skulpturengalerie, ein Musensaal, ein Saal römischer Tierplastiken und ein Maskenkabinett an. Ein Höhepunkt der römischen Plastik sind die Portraits und Statuen römischer Kaiser – diese findet man im "Braccio Novo", ein eindrucksvoller Bau mit etwa 1000 Skulpturen, darunter die bekannte "Augustusstatue von Prima Porta". Der "Braccio Novo" ist ein Teil des "Museo Chiaramonti", das zu Beginn des 19. Jh. von Papst Pius VII. Chiaramonti in Auftrag gegeben wurde.

Im "Museo Pio Cristiano" (Mitte des 19. Jh. von Pius IX. eingerichtet) wird eine frühchristliche Sammlung mit der eindrucksvollen Statue des "Guten Hirten" gezeigt. Mittelalterliche Kunst findet man in den von Giorgio Vasari mit Fresken ausgestatteten Gemächern Pius V., darunter auch grossartig gearbeitete Flämische Gobelins aus dem 15./16. Jh.

Die grossangelegte "Vatikanische Pinakothek" zeigt Malereien vom Mittelalter bis ins 19. Jh. mit berühmten Künstlern wie Giotto, Simone Martini, Perugino, Raffael, Leonardo da Vinci, Carravaggio, Nicolas Poussin und Peter Wenzel. Sehr bemerkenswert ist die chronologische Zusammenstellung der Werke in 18 Sälen, denn die Präsentation verleiht einen Einblick in die Stilgeschichte der europäischen Malerei vom Mittelalter bis in die Moderne. Die Moderne ist auch in den "Borgia-Gemächern" (Privatgemächer Papst Alexander VI. Borgia) mit Malereien, Skulpturen und Graphiken der religiösen Kunst vertreten, darüberhinaus sind auch Werke von Paul Gauguin, Marc Chagall, Wassily Kandinsky und Paul Klee ausgestellt.