Trevi-Brunnen

File 731Eines der weltbekanntesten und beliebtesten Touristenziele Roms ist der Trevi-Brunnen, im Italienischen Fontana di Trevi genannt. Er befindet sich im Stadtteil Trevi auf gleichnamiger Piazza und präsentiert seinen Skulpturenschmuck damals wie heute dem Besucher gleich einer einladenden Theaterbühne. Seine Eigenschaft als Kulisse inspirierte einst den Regisseur Federico Fellini, der in dem Filmklassiker „La Dolce Vita“ (= Das süsse Leben; von 1960) Anita Ekberg und Marcello Mastroianni im Trevi-Brunnen baden liess und den Brunnen spätestens mit dieser attraktiven Szene weltberühmt machte.

Agrippa, auch als Erbauer des Pantheons bekannt, errichtete im Jahre 19 v.Chr. einen Aquädukt (röm. Wasserleitung), den er Aqua Virgo nannte. Ursprünglich speiste die 25km lange Aqua Virgo die Agrippa-Thermen, im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals umgebaut. Heute versorgt die Aqua Virgo den Trevi-Brunnen mit Wasser und ist die einzige antike Wasserleitung, die durchgängig der Wasserversorgung Roms diente. Zwei Reliefs an der Palastfassade erinnern an die Entstehungslegende der Aqua Virgo. Links wird Agrippa als Auftraggeber gezeigt, das rechte Relief erzählt von der Jungfrau (lat.:virgo), die einst Agrippa und seinen Soldaten die Quelle der Aqua Virgo in den umliegenden Sabiner Bergen zeigte.
File 668Schon lange als ein einfaches steinernes Wasserbecken in Vergessenheit geraten, beauftragte dann  schliesslich Papst Urban VIII. um 1640 Gianlorenzo Bernini mit der Neugestaltung der Brunnenanlage. Doch konnte nur das halbkreisförmige Becken durch Bernini realisiert werden.

Erst nach beinahe 100 Jahren wurde das mittlerweile verwahrloste Becken unter Papst Clemens XII. zur Fertigstellung in Angriff genommen und um 1740 vollendet, den Entwurf lieferte der Dichter und Philosoph Nicola Salvi. Eine prachtvolle barocke Palastfassade entstand, die sich hinter dem Brunnen majestätisch erhebt. Die Fassadenmitte wird durch einen Triumphbogen betont, der wiederum den darunterliegenden Brunnen ins Zentrum stellt. Die Palastfassade dominieren kolossale Pilaster, an der Stelle des Triumphbogens sind ihnen schwere Halbsäulen zur Akzentuierung der drei Bögen vorgelagert. Die drei Durchgänge eines Triumphbogens sind hier geschlossen und zu Nischen umgewandelt worden. Die mittlere Nische zeigt die Statue des Okeanos, dem griechischen Gott der Meere und Flüsse, in beweglicher und das Geschehen beherrschender Pose. Links und rechts in den Nischen sind allegorische Statuen der Fruchtbarkeit und der Gesundheit aufgestellt. Schwungvoll rauscht das Wasser in Kaskaden unterhalb der Statue des Okeanos über die Felsarchitektur des Trevi-Brunnens. Auf den Felsen stürmen in dramatischen Bewegungen Tritone mit geflügelten Pferden auf den Betrachter zu.

An den Seiten bemerkt man, dass die Felsen bewusst in die Fassadenarchiktur integriert wurden. Rechts wird sogar der beginnende Verfall der Fassade imitiert. Zum einen entsteht dadurch ein fliessender Übergang von der strengen Palastarchitektur zur bewegenden Skulptur. Zum anderen symbolisiert Nicola Salvi damit die Kraft der elementaren Urgewalten gegenüber der Anfälligkeit menschlicher Werke. Die Dramatik erhöht sich noch durch das Rauschen des Wassers, das schon in den umliegenden Gassen zu hören ist. Der Trevi-Brunnen präsentiert ein Naturschauspiel, in dem Architektur, Skulptur und das lebendige Element Wasser nicht nur Dekoration sind, sondern wie Schauspieler auf einer Bühne im Theater agieren.