Trajanssäule

File 728Die Trajanssäule ist schon in der römischen Antike ein revolutionärer Bau gewesen. Mit einer Höhe von beinah 40m markiert sie als einziges sehr gut erhaltenes antikes Monument das Forum des Trajan nahe der heutigen Piazza Venezia. Die wuchtigen Säulentrommeln sind aus lunensischem Marmor, später besser bekannt als der durch Michelangelo berühmt gewordene Carrara-Marmor, der in einem Steinbruchgebiet in der heutigen Toskana abgebaut wird.

Ehren- und Siegessäulen hatte es schon früher im Römischen Reich gegeben, doch eine Siegessäule von dieser Höhe mit einem umlaufenden Reliefband von insgesamt 200m war bahnbrechend und galt natürlich der Repräsentation des Kaisers. Die fortlaufenden Reliefbilder waren einst farbig und berichten von unten nach oben über die beiden Dakerkriege, in denen Kaiser Trajan erfolgreich gekämpft hatte. Ursprünglich war die Säule von zwei Bibliotheksbauten umstanden, von deren Terrassen aus auch die oberen Reliefs studiert werden konnten. Heute steht leider kein unmittelbar nah gelegenes Gebäude zur Besichtigung bereit, doch wurden unter Napoleon III. Gipsabgüsse des Frieses hergestellt, die heute im Museo della Civiltà Romana untergebracht sind.

Trajans militärischer Triumph erlaubte ihm damals nach einer alten römischen Sitte innerhalb der Stadtgrenze (Pomerium) begraben zu werden. Schon zu Lebzeiten Trajans um 113 n.Chr. fertiggestellt, sollte die Siegessäule also als Grabkammer der kaiserlichen Familie dienen. Überliefert ist, dass Trajans Asche in einer goldenen Urne im quadratischen Sockel aufbewahrt wurde. Eine Inschriftentafel über der Eingangstür ist dem Kaiser gewidmet und berichtet gleichzeitig, dass der Hügel, der mühevoll für das Trajansforum abgetragen wurde ursprünglich von gleicher Höhe wie die Säule war. Im Inneren der Trajanssäule führt eine Wendeltreppe bis an die Spitze, heute ist sie allerdings für die Öffentlichkeit unzugänglich.

Schon wenige Jahrzehnte später diente die Trajanssäule für die Ende des 2.Jh. n.Chr. errichtete Marc-Aurel-Säule auf dem Marsfeld als architektonisches Vorbild. Napoleon I. war gleichermassen von ihr beeindruckt, ähnlich den Erzählungen auf der Trajanssäule rühmt die Siegessäule auf der Place Vendôme in Paris die napoleonischen Feldzüge.