Spanische Treppe

File 722Die Spanische Treppe an der Piazza di Spagna ist eine der grössten und populärsten Freitreppen der Welt. Besonders Jugendliche und Studenten Roms sowie Touristen aus aller Welt verweilen sehr gerne hier auf den Stufen.

Die Bezeichnung als „Spanische Treppe“ leitet sich von der an der Piazza di Spagna seit dem 17. Jh. ansässigen Spanischen Botschaft ab. Der italienische Name „Scalinata di Trinitá dei Monti“ bezieht sich hingegen auf die Kirche S. Trinitá dei Monti aus dem 16. Jh., die von Ludwig XII. von Frankreich finanziert wurde und zu der die Spanische Treppe hinaufführt.

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Schon seit dem Bau von S. Trinitá dei Monti hatte man den naturbelassenen Hang zwischen Kirche und Piazza di Spagna als unästhetisch empfunden. Politische Interessenkonflikte zwischen dem französischen König und dem Papst verzögerten den Bau allerdings bis zum Beginn des 18. Jh. Eigentlich sollte die Treppe wie auch die Kirche als französisches Monument in die Geschichte eingehen, was allerdings nicht dem Herrschaftsanspruch des Papstes entsprach. Schliesslich wurde der Bau unter Papst Innozenz XIII. und unter der Leitung des Architekten Francesco de Sanctis in nur 3 Jahren um 1726 fertiggestellt. Für den amtierenden König Ludwig XV. von Frankreich erliess man lediglich eine Gedenktafel und nicht wie noch Sonnenkönig Ludwig XIV. forderte, ein verherrlichendes Reiterstandbild seiner selbst. Den stattlichen Obelisken liess erst Papst Pius VI. 60 Jahre später aufstellen.

Direkt vor der Spanischen Treppe befindet sich der Fontana della Barcaccia, ein Brunnen in der Form eines Kanu, der von Pietro Bernini (Vater von Gianlorenzo Bernini) gebaut wurde und schon seit 1629 die Piazza di Spagna schmückt. Sein Name bezieht sich auf seine Darstellungsform als Barkasse (=Grossboot).

Die Spanische Treppe ist in drei Treppenläufe unterteilt und führt schwungvoll und fliessend an zwei Terrassen vorbei nach oben zur dritten und abschliessenden Terrassenmauer, von der aus die Kirche S. Trinitá dei Monti zugänglich ist.

Bekannt ist, dass de Sanctis vor allem einen Ort der Muße schaffen wollte. Nicht nur die weiche Kontur des Treppenverlaufs, sondern vor allem die niedrigen Mäuerchen zum Sitzen und die Einbeziehung kleiner Podeste nach jeder 12ten Stufe dienen diesem Ziel bis heute. So quartierten sich schon im 18. und 19. Jh. um die Piazza di Spagna viele Künstler aus aller Welt ein. Ein Zeugnis davon ist das Shelley-Keats-Museum rechts der Spanischen Treppe, das die Erinnerungen um Percy Bysshe Shelley beherbergt, einem englischen Schriftsteller der Romantik und zukünftiger Ehemann von Mary Wollstonecraft, die als Mary Shelley mit „Frankenstein“ berühmt wurde. Er und sein Schriftstellerfreund John Keats verweilten einige Zeit in Rom, Keats starb in Shelleys ehemaliger Wohnung an Tuberkolose, in der sich heute das Museum befindet.