Sixtinische Kapelle

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Der einfache Ziegelbau der Sixtinischen Kapelle mit dem wohl berühmtesten Fresko der Welt, dem "Jüngsten Gericht" von Michelangelo, befindet sich innerhalb des Vatikans und ist für Besucher über den Eingang zu den Vatikanischen Museen erreichbar. Der Bau entstand im 15.Jh. unter Papst Sixtus IV. (daher auch der Name "Sixtinische Kapelle") und der Leitung des Architekten Baccio Pontelli.

File 890Die päpstliche Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss, deren Proportionen denen des Salomonischen Tempels in Jerusalem entsprechen (40,5m x 13,4m x 20,7m hoch), der von den Römern 70 n.Chr. zerstört wurde. Auch ohne die Symbolik zu kennen, besticht der Bau durch seine Ausgewogenheit, die Grössenverhältnisse bilden insbesondere eine vortreffliche Vorlage für die Wirkung der Wand- und Deckenmalereien im Inneren.

Durch eine hochangelegte Fensterreihe File 923mit Rundbögen fällt sanft das Licht auf die Meisterwerke der Malerei. Der qualitätsvolle Mosaikfussboden stammt ebenfalls aus der Entstehungszeit, er wurde nach mittelalterlichem Vorbild gelegt und ist bis heute vollständig erhalten. Zur gleichen Zeit entstanden die Seitenwände der Sixtinischen Kapelle, die von den berühmtesten Künstlern ihrer Zeit gemalt wurden – Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Pietro Perugino, Cosimo Rosselli, Biagio d´Antonio und Luca Signorelli. Inhaltlich sind Erzählungen aus dem Alten Testament (links) Geschichten aus dem Neuen Testament (rechts) gegenübergestellt. Die Episoden, die sich vor der Ankunft Christi auf Erden abspielten (AT) beinhalten Szenen aus dem Leben Mose, parallel dazuFile 926 sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite Episoden aus dem Leben Jesu (NT). Ursprünglich waren es 8 von Lisenen getrennte Wandtafeln auf jeder Seite. Die jeweils ersten Szenen "Die Auffindung Mose" und die "Geburt Christi" sind zugunsten des über dem Altar zu sehenden "Jüngsten Gerichts" von Michelangelo 1534 beseitigt worden. Über den Wandtafeln sind Inschriften angebracht, die jeweils den Inhalt des darunterliegenden Bildes wiedergeben (titulae).