Santa Susanna

File 842Die Kirche S. Susanna, auch Santa Susanna alle Terme de Diocletiano (S. Susanna bei den Thermen des Diokletian), liegt im Stadtviertel Trevi und ist seit 1958 Nationalkirche nordamerikanischer Katholiken. An dem Ort, wo sich die Villa von Papst Caius (282-96), dem Onkel der Hl. Susanna, befand, entstand schon im 3.Jh. eine der ältesten Kirchen Roms.

Susanna hatte das Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit abgelegt und war seit ihrer Kindheit Christin. Alle Verehrer leugnete sie oder verleitete sie zum Christentum. Auch waren ihr die heidnischen Opfergaben vor Götterstatuen zuwider, bei einer Opferzeremonie wurde sie schliesslich als Christin entlarvt und kurz darauf unter qualvollen Umständen enthauptet. Der Ort ihres Märtyriums war die Villa ihres Onkels Caius, wo sich seit ihrem Tod nun die Kirche befindet, die ihr zu Ehren errichtet wurde und bis heute ihre Reliquien bewahrt.

Ende des 8.Jh. wurde S. Susanna durch einen Neubau ersetzt, den Sixtus IV. 1475 restaurieren und Kardinal Girolamo Rusticucci ab 1593 einschneidend umarbeiten liess. Zunächst war der Umbau unter der Leitung von Domenico Fontana, nach seinem Weggang nach Neapel wurde Carlo Maderno mit der Aufgabe betreut, dessen erstes grosses Werk damit geschaffen wurde.

Die Fassade von S. Susanna folgt im Typus der von Il Gesù, zweistöckig und mit verbindenden Voluten, doch ist ihre Gestaltung völligst neu: Die überaus gesteigerte Plastizität kündigt den Barock an und hebt sich von dem bisher konsequent angewandten strengen, steifen und flachen Stil über die Massen ab. Die Architekturglieder sind auf die Mitte ausgerichtet, ganz aussen flankieren Pfeiler das Untergeschoss, danach folgen Halbsäulen und das zentrale Eingangsportal wird von doppelt gestellten Dreiviertelsäulen betont. Im Einklang mit den Säulen folgt das Gebälk des Untergeschosses mit dreifacher Stufung und betont so zusätzlich die Mitte. Ein neues Element der Kirchenbaukunst jener Zeit stellt die Ballustrade dar, die hier geschickt eingesetzt wurde um Fassade und Seitenflügel miteinander zu verbinden.

Nach dem Vorbild von Il Gesù wurde der Innenraum der karolingischen Basilika ab 1593 in einen einschiffigen Saal mit Seitenkapellen umgewandelt. Weiterhin ist er mit Wandmalereien des ausgehenden 16. Jh. aus dem Leben der Hl. Susanna geschmückt, berühmte Künstler darunter sind Cesare Nebbia und Baldassare Croce.

Die für karolingische Kirchen typische Krypta gestaltete Maderno zu einer barocken Confessio um, durch einen zentralen Sichtschacht und zwei begehbare Treppenschächte ist diese heilige Kammer zugänglich gemacht. Hauptattraktion sind hier der Altar der Hl. Susanna sowie die Grabplatte des Auftraggebers Kardinal Rusticucci.