Santa Maria in Trastevere

File 857Der Bau von S. Maria in Trastevere ist die erste Marienkirche Roms und wurde von Papst Julius I. Anfang des 4.Jh. an dem Platz gegründet, wo man um 38 v.Chr. die Entdeckung einer Ölquelle als Prophezeiung für die Geburt Christi deutete. Gegenwärig ist diese Stelle noch an der nördlichen Chorschranke zu finden. Heute markiert die Kirche mit ihrem auffälligen und prächtigen Campanile im Stadtviertel Trastevere den gleichnamigen Platz.

Ab 1140 liess Innozenz II. die einfache Basilika zur Marienkirche erneuern, geweiht wurde sie erst unter Innozenz III. im Jahre 1215. An die Bauinitiative Innozenz II. erinnern in der Säulenvorhalle die Überreste seiner Ascheurne, die seit seinem Tod dort aufbewahrt wird.

Trotz vieler Veränderungen der folgenden Jahrhunderte, hat sich der mittelalterliche Kern von S. Maria in Trastevere wunderbar erhalten. So wurden an der 3-schiffigen Säulenbasilika mit Querhaus für die Abgrenzung des Mittelschiffs antike Granitsäulen mit überwiegend ionischen Kapitellen aus den Caracallathermen verwendet. Über dem Gebälk ragt ein barockisierender Obergaden (Fensterzone) und eine prachtvoll vergoldete Kasettendecke auf, die von dem Künstler Domenechino (Anfang 17.Jh.) stammt.

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Die halbrunde Apsis zeigt noch bemerkenswerte Mosaiken des späten 13.Jh. von Pietro Cavallini. Erzählt werden die Geschichten aus dem Leben Mariä wie die Geburt Mariä, die Verkündigung, Jesu Geburt, Anbetung der Weisen, Dabringung Jesu im Tempel und der Tod Mariä. Auch die Mosaiken des auf mächtigen Säulen überhöhten Triumphbogens, der die Grenze zum Chor markiert, stammen aus dieser Zeit und sind von hoher stilistischer Qualität. Zusammen mit der überwiegend ursprünglichen Ausstattung wie dem Bischofsthron, dem Osterleuchter und dem wertvollen Kosmatenfussboden vermittelt der Innenraum noch eine wunderbar mittelalterliche Atmosphäre.

Als einzigartig charakteristisches Exemplar der Baukunst des ausgehenden 12.Jh. eröffnet der unbekannte Baumeister von S. Maria in Trastevere eine Vorliebe und Rückbesinnung auf frühchristliche Bauten. Lediglich das steile Grössenverhältnis des Langhauses, was augenscheinlich im Gegensatz zu den gedrungenen Kolonnaden steht, zeugt vom hochmittelalterlichen Geschmack in steileren Dimensionen zu bauen.

Dem mittelalterlichen Baukörper wurde um 1702 eine Vorhalle von Carlo Fontana angegliedert. Im 19.Jh. erneuerte man den oberen Abschnitt der Fassade – gleichwohl hat sich dort unterhalb des Dreiecksgiebel ein wunderschön anzuschauendes Mosaikfeld aus dem späten 12.Jh. erhalten, das im Zentrum Maria mit dem Jesuskind zeigt.