Santa Cecilia in Trastevere

File 845Mit dem Bau der Basilika S. Cecilia wurde erstmals Anfang des 9.Jh. unter Papst Paschalis I. (817-24) begonnen, doch die Legende um das Märtyrium der Hl. Cäcilia, der die Kirche geweiht ist, geht bereits auf das 2.Jh. zurück. Cäcilia stammte aus einer vornehmen römischen Familie, war seit ihrer Jugend Christin und konnte auch ihre Brüder bekehren. Weil sie nicht nach heidnischem Kult handelte und Götzenopfer verweigerte, sollte sie durch heisses Wasser getötet werden. Dies konnte ihr aber nichts anhaben und auch nach einer Enthauptung mit dem Schwert soll Cäcilia noch 3 Tage gelebt haben. An der Stelle der heutigen Kirche war ihr Familienhaus gelegen und bereits seit dem frühen 5.Jh. wird sie an diesem Ort verehrt.

Die heute bestehende Basilika, an der über die Jahrhunderte hinweg zahlreiche Änderungen vorgenommen wurden, gilt in ihrem Kern als wichtigstes Bauwerk Roms des 9.Jh. So besteht als eines der wenigen baulichen Zeugnisse seiner Zeit noch das ungewöhnlich weiträumige Mittelschiff und im Besonderen die wertvollen Mosaiken in der Apsiskalotte, die in frühmittelalterlicher Ikonografie Christus flankiert von Heiligen und die 12 Apostel als Schafe darstellt. Der ursprüngliche Bau lässt sich im Ganzen anhand der erhaltenen Bausubstanz rekonstruieren und ist mit seinen ursprünglichen Bauformen des 9. ein typisches und wertvolles Beispiel für die karolingische Architektur in Rom.

Die Seitenschiffe sind damals wie heute sehr schmal gehalten und unbelilchtet, seit dem frühen 16.Jh. sind sie mit einem Kreuzgratgewölbe überspannt. Die Abgrenzung des Mittelschiffs bestand ursprünglich aus einem Säulengang, dessen einzelne Glieder Anfang des 19.Jh. in Pfeiler umgewandelt wurden, wohingegen die originalen Säulen der Basilika lediglich ummantelt wurden. Das darauf lagernde Zwischengeschoss ist eine komplette Erneuerung durch Kardinal Aquaviva, der zwischen 1721 und 1742 erhebliche Änderungen an S. Cecilia vornahm. Dazu gehören auch der Vorhof, der ehemals als Atrium diente, das Vorhofportal sowie die Arbeiten an der oberen Kirchenfassade, die Aquaviva von Ferdinando Fuga hat anfertigen lassen.

Wichtige Erweiterungen der Basilika veranlasste man auch schon früher, im 12.Jh., dazu zählen der mächtige Campanile und der südlich anschliessende Kreuzgang. Den Innenraum bereicherte man im 13.Jh. mit dem Ziborium (steinerner Überbau des Altars zum Schutz des Märtyrergrabes) von Arnolfo di Cambio sowie den berühmten Fresken des Jüngsten Gerichts des bedeutendsten römischen Malers des Mittelalters Pietro Cavalli.

Unter der Apsis befand sich einst eine Ringkrypta (folgt den Rundungen der Apsis) mit einer Confessio (Vorkammer mit dem Märtyrergrab zur Ansicht und auch Berührung), im 19.Jh. baute man sie zur historisierenden Hallenkrypta um (mehrschiffig), ein beliebter Stil des 19.Jh., der besonderen Wert auf Bauelemente früherer Epochen legt, diese aber nur nachbildet und nicht wie heute in ihrem Kern restauriert.

Auf dieser Ebene findet man östlich anschliessend die Überreste des antiken Wohnhauses, die heute noch begehbar sind. Über das Caldarium (Warmbaderaum) des römischen Wohnhauses, in dem Cäcilia das Märtyrium der Verbrühung erlitt, errichtete man im 9.Jh. bewusst eine Kapelle, die sich heute am nördlichen Seitenschiff befindet.

Vor dem Altar befindet sich die Marmorskulptur der Hl. Cäcilia, eine Bildhauerarbeit von Stefano Maderno, der nach der Öffnung ihres Grabes um 1599 dazu inspiriert wurde. Die Heilige liegt auf der Seite und ihr Haupt ist mit einem Tuch verhüllt. Die drei ausgestreckten Finger der rechten und der eine ausgestreckte Finger der linken Hand sollen auf ihren Glauben an die Dreifaltigkeit verweisen.