Palazzo Barberini alle Quattro Fontane

File 704Der Palazzo Barberini ist ein privates Auftragswerk des Kardinal Francesco Barberini, dessen Onkel Papst Urban VIII. (Maffeo Barberini) war und seinem Neffen durch Vetternwirtschaft zu hohem Reichtum verhalf. Francesco Barberini kaufte um 1625 den Palazzo Sforza mit Garten auf dem Quirinal. Der alte Palast aus dem 16. Jh. hatte bis dahin gerademal den Grundriss des heutigen Nordflügels des Palazzo Barberini. Der heute zu sehende Palast wurde um 1637 vollendet und war schon damals ein architektonisch innovatives Bauwerk, er gilt als einer der wichtigsten Paläste des Hochbarock in Rom.

Traditionell in der römischen Bauform war ein Palast mit geschlossenem viereckigem Körper, im Inneren gab es einen oder mehrere Höfe. Der Palazzo Barberini hingegen öffnet sich, der Grundriss bildet kein Quadrat sondern ein "H", wodurch der Palazzo zwei Schauseiten erhielt. Eine Fassade war zur Stadt hin, die andere zum Garten gerichtet. Die Stadtfassade wurde natürlich prächtiger und repräsentativer gestaltet. Für den Neubau konnte zunächst Carlo Maderno gewonnen werden, doch verstarb dieser 1629 mitten in der Planungsphase, so dass Gianlorenzo Bernini schliesslich den Auftrag bekam. Unter beiden Architekten arbeitete auch Francesco Borromini mit, von ihm stammt die spiralförmige Wendeltreppe im Südflügel.

Die 3-stöckige Fassade öffnet sich in Loggien (it. logia= dt. Laube), lediglich die beiden oberen wurden geschlossen, wodurch der Grosse Saal (salone) im ersten Stock (piano nobile) des Mitteltrakts für das berühmte Deckenfresko von Pietro da Cortona vergrössert werden konnte (25m lang, 15m breit und hoch).

Das Fresko Cortonas zeigt die "Allegorie der göttlichen Vorsehung", als alleinige Hauptattraktion im Grossen Saal sollte es auf den beeindruckten Betrachter wirken. Inhaltlich münzt das Fresko selbstverständlich auf die Verherrlichung des Pontifikats Urbans VIII. und die stolze Macht der Familie Barberini.

Beim Eintreten in den Mitteltrakt gelangt man zunächst in ein für damals beachtlich grosses Vestibül, dass nicht wie bis dahin üblich mit einfachen Kolonnaden ausgestattet ist, sondern mit überaus kräftigen Kreuzpfeilern, die ein Kreugratgewölbe tragen. Dieser gigantische Pfeilersaal endet mit einem halbrunden Wandabschluss, durch den ein Zugang zum Garten eingerichtet wurde. Im Garten entstand wenige Jahre später noch ein Theater.

Heute beherbergt der Palazzo Barberini ein hochinteressantes Kunstmuseum, die "Galeria Nazionale d´Arte Antica". Zur Sammlung gehören Werke von Raffael, Tintoretto, El Greco, Hans Holbein d. J. und Caravaggio, also ein Augenschmaus für jeden Kunstliebhaber. Die Säle aus dem 18. Jh. sind geöffnet von Di-So 8.30-19 Uhr/ Eintritt: € 5,-.