Museo di Roma

File 881Das Museo di Roma ist im Palazzo Braschi, einem Palast des 18. Jh. zwischen der Piazza Navona und dem Campo dei Fiori untergebracht. Der Palazzo Braschi ist der letzte Stadtpalast, der für einen Papst für Pius VI. in Rom gebaut wurde. Der prächtige Palast entstand über den Fundamenten des zerstörten Palazzo Orsini (15 Jh.), wurde um 1792 von Cosimo Morelli entworfen und seit den 1990er Jahren häufig restauriert, so dass der prächtige Innenhof, die feinen Stuckarbeiten und die Wandmalereien im Inneren wieder ihren ursprünglichen Glanz erhielten. Viele der Säle erscheinen noch in ihrer Originalausstattung mit Gemälden des ausgehenden 18. Jh.

Die grosse monumentale Treppe aus rotem Granit, die im Inneren zu den 52 Räumlichkeiten führt, entstand unter Mitwirkung des berühmten Architekten Giuseppe Valadier. Bis 1922 war der Palazzo Braschi erster Amtssitz des Ministerpräsidenten in Rom. Wenige Jahre später waren hier auch Organe zur Zeit Italiens im Faschismus untergebracht, wobei Mussolini selbst nie im Palazzo Braschi, sondern im Palazzo Venezia residierte.

Um 1951 eröffnete schliesslich das Museo di Roma hier seine Pforten für die Öffentlichkeit. Die überaus reiche und wachsende Sammlung des Museo di Roma verzeichnet über 100 000 Objekte, worunter Gemälde, Zeichnungen, Stiche, historische Fotografien, Skulpturen, Mosaike, Möbel, Handschriften, alte Bücher, historische Kleidung, Keramik, Kutschen, Sänften und Eisenbahnfahrzeuge gehören.

Das 18. und 19. Jh. war geprägt von vielen neuen Stadtplänen, die die Hauptstadt attraktiver machen und vor allem der Grösse und Ruhm vergangener Zeiten zollen sollten. So entstanden nicht nur neue Platzanlagen und Bauten, sondern vor allem wurde auch viel abgerissen. Das Museo di Roma zeigt noch originale Fragmente der Palastarchitektur und der Wandmalereien, die vor der Zerstörung bewahrt werden konnten. Sämtliche Ausstellungsstücke dokumentieren die künstlerischen Aktivitäten in Rom von der Zeit des Mittelalters bis in die 1950er Jahre, die überdurchschnittliche Anzahl an Kunstgattungen im Sammelsurium des Museo di Roma geben darüberhinaus einen vortrefflichen Einblick in die soziale Geschichte Roms. Der Besucher erfährt viel über die geografische Entwicklung der Stadt und verschiedene Facetten des kulturellen Lebens in der Hauptstadt. Neben Malergrössen wie Andrea Sacchi, Pierre Subleyras, Pier Leone Ghezzi, Marco Benefial und Pompeo Batoni sind es insbesondere die Gemälde des 16. bis 18. Jh., die auf beeindruckende Weise religiöse aber auch bürgerliche Feste und Zeremonien dokumentieren.

Das Museo di Roma gehört zum Verbund der Kapitolinischen Museen. Öffnungszeiten: Di-So 10-20 Uhr/ Eintritt: € 9,-.