Museo della Centrale Montemartini

File 878Das Centrale Montemartini ist eine Erweiterung der Kapitolinischen Museen und bietet unter all den hochrangigen Museen Roms, von denen es nicht wenige gibt, ein ganz besonderes Ausstellungsvergnügen von ganz eigenem Charakter.

Als die Kapitolinischen Museen im Jahre 1997 renoviert wurden, entschied man einen Teil der Dauerausstellung im Bau eines ehemaligen Elektrizitätswerkes von 1912 in der Via Ostiense unterzubringen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Zwischenlösung begeisterte bald so sehr, dass die Antikensammlung sukzessive zum festen Ausstellungsrepertoire in das Centrale Montemartini eingegliedert wurde. Ein Museum ganz anderer Art – Werke der Klassische Antike inmitten eines Elektrizitätswerkes, einem Produkt der fortgeschrittenen Industralisierung. Eine römische Kopie der berühmten, in weissem Marmor gearbeiteten Aphrodite von Knidos, Portraits römischer Kaiser und Feldherren wie der Togatus Barberini, Philosophenbildnisse und überlebensgrosse Götterstatuen stehen zwischen alten Maschinen, Motoren und Stahlträgern. Der geometrische, von Parallelen durchzogene Raum bildet hier gewissermassen das Bühnenbild für die Schätze der Antike, die Gegenüberstellung von alt und neu ruft eine Wechselbeziehung von interessanter und ungewöhnlicher Art und Weise hervor.

Im grossen Hauptsaal trifft der Besucher auf 2 Dieselmotoren aus den 30er Jahren, die von Marmorstatuen und Fragmenten römischer Tempel flankiert werden. Interessante Reliefteile von der Fassade eines der ältesten Heiligtümer Roms, dem Tempel für Apollo Sosianus (5. Jh. v.Chr.) direkt neben dem Marcellustheater, sind ebenfalls Teil der Dauerausstellung – eine Relieftafel schildert den mythischen Kampf zwischen den Griechen und dem Volk der Amazonen (Amazonomachie), die in der antiken Kunst mit einer entblössten Brust dargestellt wurden.

Einen Einblick in das dekadente Leben römischer Aristokraten bekommt der Besucher im Bereich des Museums, der den römischen Gärten und Villen gewidmet ist. Diese galten als luxuriöser Rückzugsort vom städtischen Treiben Roms und wurden nicht weniger ausschweifend ausgestattet – unzählige Statuen und wertvolle Mosaikfussböden mit typischen Motiven der Jagd berichten von der beliebten aristokratischen Freizeitbeschäftigung. Zu den frühesten Ausstellungsstücken des Centrale Montemartini gehört Keramik aus etruskischen Gräbern und Heiligtümern.

Öffnungszeiten: Di-So 9.30-19.00 Uhr/ Eintritt: € 4,40. Es lohnt sich ein 7 Tage gültiges Kombiticket für € 8,50 in Verbindung mit den Kapitolinischen Museen zu kaufen.