Galleria Nazionale d'Arte Moderna

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Die Galleria Nazionale d´Arte Moderna (kurz GNAM genannt) in der Viale delle Belle Arti ist Roms älteste Einrichtung für Moderne und Zeitgenössische Kunst. Gegründet um 1883 war die Sammlung zunächst im Ausstellungspalast, einem Gebäude, das von Pio Piacentini entworfen wurde, untergebracht. In dieser Zeit formte sich Europa zu einzelnen Nationalstaaten, seit 1861 war das unabhängige Königreich Italien mit dem ersten König Vittorio Emanuelle II. konstituiert. Der nationale Stolz wurde im Laufe der Zeit mit Gründungen verschiedener nationaler Institutionen zum Ausdruck gebracht. So nahm man das 50. Jubiläum des Königreiches als Anlass zum Bau eines repräsentativen und geräumigen Palastes der Schönen Künste, in dem die wachsende Sammlung der Staatlichen Galerie untergebracht werden sollte.

Der Architekt Cesare Bazzani führte den streng symmetrisch geformten Bau auf einem überhöhenden Sockel um 1911 aus. Die Anzahl (75) und Gliederung der Räumlichkeiten waren staatlich vorgegeben, überdacht wurden diese jeweils mit Glasdächern um das Sonnenlicht als natürliche Lichtquelle zu nutzen. Im Zentrum der Fassade betritt man das Museum über eine breite Treppe gefolgt von einer mit korinthischen Säulenpaaren gegliederten Vorhalle. Den Übergang zu den zurückversetzten Seitenflügeln bilden hübsche Eckpavillons. Während die Fassadenmitte mit Symbolen der Schönen Künste wie den üppigen Girlanden ausgestattet ist, gliedern die Seitenflügel ornamentale Lisenen und ein Figurenfries.

Im Inneren gelangt man zunächst in ein Vestibül, dann in einen weiträumigen Saal, von dem aus seitlich wiederum Innenhöfe zugänglich sind. Die Seitenflügel bestehen jeweils aus einem zentralen Ausstellungsraum, an den mehrere kleinere Räume angrenzen. Aussen schliessen sie mit Terrassen ab, die einen wunderbaren Übergang zu einem der beliebtesten und grössten Parks der Stadt bieten – dem Park Villa Borghese.

Das Ausstellungsrepertoire umfasst eine überaus beachtenswerte Auswahl an Werken bedeutender Künstler des 19. und 20. Jh. Darunter bilden die italienischen Maler wie Alberto Burri, Giuseppe Capogrossi, Lucio Fontana und viele mehr die grösste Sammlung. Aber auch Werke internationaler Künstler wie Paul Cézanne, Giacometti, Gustav Klimt, Pablo Picasso, Georges Braque, Edgar Degas, Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky, Mondrian, Claude Monet, Vincent van Gogh, Jackson Pollock, Auguste Rodin und Yves Klein – um nur die bekanntesten zu nennen – wurden dem staatlichen kunsthistorischen Schatz über die Jahre hinweg durch Käufe aber auch Schenkungen hinzugefügt.

Öffnungszeiten: Di-So 8.30-19.30 Uhr/ Eintritt: € 12,-.