Galleria Doria Pamphilj

File 869Die Ausstellungsräume der Galleria Doria Pamphilj befinden sich im Palazzo Doria Pamphilj, dem wuchtigsten Stadtpalast Roms an der Via del Corso. Er diente dem alten Adelsgeschlecht der Pamphilj als private Residenz und ist noch heute Wohnort der Familienabkömmlinge. Die überaus reiche und von Berühmtheiten durchzogene Sammlung kann dennoch in den goldverzierten Räumen besucht werden.

Der Palast existiert schon seit dem 15. Jh. und wanderte durch den Besitz mehrerer adliger Familien Italiens bis schliesslich Camillo Pamphilj d. Ältere, der Neffe Papst Innozenz X., den Bau um 1647 durch Heirat erwarb. Der zweite Name bezieht sich auf eine Allianz der Pamphilj mit der ursprünglich aus Genua stammenden Adelsfamilie Doria. Der Palast ist nicht zu verwechseln mit dem Palazzo Pamphilj, ein ähnlich stattlicher Palast an der Piazza Navona in Rom.

Die letzten baulichen Veränderungen gehen auf die Jahre 1730 bis 1734 unter Auftrag Camillo Pamphilj d. Jüngeren zurück. Der Architekt Gabriele Valvassori gestaltete die prachtvolle (Haupt-) Fassade zur Via del Corso hin und entwarf den berühmten Spiegelsaal mit den vergoldeten Spiegelrahmen. Die Deckenfresken im Spiegelsaal stammen von Aureliano Miano, erzählt werden die 12 Arbeiten des Herkules, in dessen Ahnenfolge sich die Familie stellte.

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Der von Gianlorenzo Bernini entworfene Innenhof öffnet sich zu 4 Flügeln, in denen jeweils die verschiedenen Ausstellungsräume untergebracht sind. Im ersten Flügel, der Galleria Aldobrandini (auch ein altes Adelsgeschlecht in dessen Besitz sich der Palast vor den Pamphilj befand) hängen Gemälde berühmter Landschaftsmaler wie Annibale Carracci und Claude Lorrain. In einem abgetrennten Zimmer befindet sich ein Portrait Innozenz X., ein Werk des spanischen Ausnahmemalers Velazquez, sowie 2 Büsten desselben Papstes von Gianlorenzo Bernini. Der zweite Flügel wird von dem Spiegelsaal eingenommen. Im dritten Flügel, der Galleria Pamphilj, befinden sich Malereien von Correggio und die beeindruckende Landschaft "Die Bucht von Neapel" des Niederländers Pieter Brueghels d. Älteren. Weitere aussergewöhnliche Arbeiten der niederländischen Landschaftsmalerei sind Werke seines Sohnes Jan Brueghel im vierten Flügel des Palastes. Mit Hans Memling im Sala dei Primitivi ist ein weiterer bekannter Niederländer in der Sammlung vertreten.

Ein persönlicher archäologischer Fund der Familie aus dem 19. Jh. ist die Marmorskulptur eines Kentauren aus antoninischer Zeit (117-193 n.Chr.) im Sala Aldobrandini. Zur Ausstattung des Raumes gehören ausserdem viele antike Plastiken sowie eine beachtliche Anzahl gut erhaltener Sarkophage.

Öffnungszeiten: Tägl. 10-17 Uhr/ Eintritt: € 10,50 inkl. Audioguide.