Galleria Borghese

File 866In der Galleria Borghese ist eine der kostbarsten privaten Kunstsammlungen der ganzen Welt untergebracht. Sammler der Gemälde und Skulpturen war Kardinal Scipione Borghese, Neffe und Günstling Papst Paul V. Im Jahr 1605 erwarb der Kardinal und Kunstmäzen das Gebiet, das in erster Linie seine Skulpturensammlung aufnehmen sollte und damals mit Gärten, Ställen und Weinbergen weitaus grösser war. Heute umfasst die Parkanlage immerhin noch ca. 5 km² und lädt wunderbar zum Spazierengehen und Entspannen z. B. nach dem Besuch des Museums ein. Ein ehemalige Tier- und Pflanzengarten ist heute ein ökologisch angelegter Park mit einheimischen Säugetierarten, Insekten und Amphibien. Im Park befinden sich weiterhin ein kleiner Rundtempel für die Göttin Minerva und ein See, der zum Bootsfahren einlädt.

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Die Galleria Borghese befindet sich in der Villa Borghese (Casino), eine herrschaftliche Privatresidenz, die dem fürstlichen Familiengeschlecht einst als Sommerpalast gedient hatte, seit Beginn des 20. Jh. ist sie im Besitz des italienischen Staates. Der Bau entstand bereits kurz nach dem Kauf des Grundstücks und geht auf die Planung des Architekten Flaminio Ponzio zurück. Das zweigeschossige Gebäude beeindruckt durch seine reich verzierte Hauptfassade. Im Zentrum der Fassade betritt man den Bau durch eine luftige Loggia, die von Pfeilerarkaden gebildet wird. Links und rechts schliessen sich die Seitenflügel an, der weit zurückversetzte Block des Mittelbaus wird von 2 stattlichen Türmen bekrönt.

Das Ansehen der Borghese-Sammlung mit Werken aus der Antike, der Renaissance und der zeitgenössischen Kunst war schon im 17. Jh. von stolzem Mass und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wurden der Sammlung weitere wertvolle Kunstgegenstände hinzugefügt. Im Zuge der grossen archäologischen Ausgrabungen des 18. und 19. Jh. in den Gebieten im Besitz der Familie Borghese erfuhr die Sammlung ganz besonders wertvollen Zuwachs an antiken Fundstücken. So kann man im Casino berühmte Plastiken wie die "Sitzstatue des Anakreons", einen "Bacchus" und einen "Tanzenden Silen" begutachten.

File 905Der Allround-Künstler Gianlorenzo Bernini stand ganz besonders in der Gunst des Kardinals, mehrere seiner Marmorgruppen wie "Apollo und Daphne", "Pluto und Proserpina" sowie die edle Marmorfigur des "David" schmücken nun die Ausstellungsräume.

Zu den Höhepunkten gehört natürlich auch eine umfangreiche Gemäldesammlung, unter der Berühmtheiten wie "Venus und Cupido" von Lucas Cranach d. Älteren, mehrere Werke von Carravaggio, die "Kreuzabnahme" von Peter Paul Rubens, sowie Malereien von Tizian, Raphael und Correggio u. a. zu sehen sind.

Ursprünglich beinhaltete die Borghese-Sammlung noch weitaus mehr Objekte. Nach der Heirat von Camillo Borghese mit Pauline Bonaparte, einer Schwester Napoleon Bonapartes (an sie erinnert eine Nacktstatue Antonio Canovas im Eingangsbereich der Villa), wurde ein beachtlicher Bestand von über 150 Statuen, 160 Büsten, 170 Reliefs und 30 Säulen zu Beginn des 19. Jh. an Frankreich verkauft – in dessen Besitz schmücken sie nun den Louvre in Paris.

Öffnungszeiten: Di-So 9-19 Uhr/ Eintrittspreise und Informationen zur Buchung erfahren Sie am besten über die Homepage.