Filme in und zu Rom

Rom als Filmschauplatz ist eng mit der Geschichte des italienischen Films verbunden, denn weltberühmte Regisseure wie Roberto Rosselini, Federico Fellini oder Vittorio de Sica haben Meisterwerke gedreht, die Rom und seine Menschen zum Thema haben. Erstmals entwickelte sich der italienische Film nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Zeit, in der er Anstoss fand die gesellschaftlichen Probleme zu reflektieren. So entstand der Begriff "Italienischer Neorealismus", der darauf ziehlte, nichts künstliches, affektiertes oder unnatürliches darzustellen. Vielmehr sollte er engagiert, kritisch und gegenwartsbezogen sein. Mit einfachen und klaren Mitteln wird das gesellschaftliche Leben der Nachkriegszeit thematisiert. Beinah dokumentarisch präsentieren sich Klassiker der Filmgeschichte wie "Rom, offene Stadt" von Roberto Rosselini.

In den 1960er Jahren wird Italien zur stärksten Filmnation in ganz Europa. In der Filmstadt "Cinecittà", einem Vorort von Rom, entstehen italienische, aber auch internationale Produktionen wie "Ben Hur" und "Quo Vadis". Während in anderen Ländern die Kinobesucher zurückgehen und das Fernsehen die Wohnzimmer dominiert, gehen die Italiener nach wie vor oft ins Kino. In dieser Zeit entstanden Meisterwerke wie Fellinis "La Dolce Vita".

"Rom, offene Stadt" (Roma città aperta; 1945) von Roberto Rosselini. Die Dreharbeiten begannen noch während des Krieges. Der Film ist neorealistisch geprägt, basiert auf tatsächlichen Ereignissen und erzählt auf mitreissende, dokumentarische Art die Gegenwehr einer italienischen Widerstandsgruppe zu Zeiten der deutschen Besatzung Italiens. Am Drehbuch hatte auch Federico Fellini mitgewirkt und 1947 erhielt der Film eine Oscar-Nominierung für das "Beste Drehbuch". Die Schauspielerin Anna Magnani wurde mit diesem Film weltberühmt.

"Fahrraddiebe" (Ladri di biciclette; 1948) von Vittorio de Sica nach einem Roman von Luigi Bartolini. Ebenfalls ein Film des italienischen Neorealismus, der lebendig und sensibel das Leben der Menschen der Nachkriegszeit in Rom schildert. An Originalschauplätzen gedreht, gilt der Film als Meisterwerk des italienischen Neorealismus und erhielt neben vielen internationalen Filmpreisen 1950 den Oscar für den "Besten ausländischen Film" und eine Nominierung für das "Beste Drehbuch".

"Ein Herz und eine Krone" (Roman Holiday; 1953) von Regisseur William Wyler mit Audrey Hepburn und Gregory Peck in den Hauptrollen. Eine charmante Liebeskomödie, die als Mutter der modernen Romanzen gilt. Audrey Hepburn erhielt für ihre aristokratische und dennoch bezaubernde Darstellung der Prinzessin Ann den Oscar für die "Beste weibliche Hauptrolle". Weitere Oscars gab es für das "Beste Kostümdesign" und für das "Beste Drehbuch".

"La Dolce Vita" (1960) von Federico Fellini mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg in den Hauptrollen, deren Szene im Trevi-Brunnen weltberühmt wurde. Im sommerlichen Rom erlebt der Held Marcello (Marcello Mastroianni) das süsse aber auch verderbliche Leben der Bars und Clubs in der Via Veneto, die danach in den 1960er Jahren zum echten Ziel der Stars und Sternchen wurde. In der Szene in den Caracallathermen hatte der damals noch unbekannte Adriano Celentano eine seiner ersten Rollen als Rockmusiker. Der Film wurde mehrmals ausgezeichnet, darunter die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes 1960 und einen Oscar 1962 für das "Beste Kostümdesign".
"Mamma Roma" (1962) von Pier Paolo Pasolini. Der Film spielt in den Vororten von Rom und erzählt auf herzerwärmende Weise vom Leben der Menschen dort mit all ihren Träumen, Hoffnungen und Enttäuschungen.

"Ieri, oggi, domani" (1963) von Vittorio de Sica. Der Film spielt in den drei italienischen Städten Milano, Napoli und Rom. Sophia Loren spielt eine römische Prostituierte und Marcello Mastroianni ihren sexbesessenen Kunden. Die Szenen spielen in einer Mansarde über den Dächern der Piazza Navona und der Zuschauer bekommt einen tollen Einblick auf die Piazza und ihre Lebendigkeit in den 1960er Jahren.

"Die Abenteuer des Kardinal Braun" (1967) von Regisseur Lucio Fulcio mit Heinz Rühmann als Kardinal Braun. Ein ehemaliger Mafiaboss aus Chicago kehrt in seine Heimat nach Italien zurück und gelangt an die berühmte Skulptur "Pietà" von Michelangelo, die ein paar Kleinganoven aus dem Vatikan gestohlen haben. Mit diesem Diebesgut, das sich als unverkäuflich erweist, will er nun in Rom kriminell Fuss fassen. Sämtliche Amtsträger des Vatikans machen sich auf die Suche nach dem Schatz und Szenen aus dem Vatikan werden mit unzähligen Bildern Roms zu Land, zu Wasser und in der Luft kombiniert.

"Alles tanzt nach meiner Pfeife" (1970) mit dem französischen Komiker Louis de Funes, der als Balduin versucht, die jungen Mädchen in seiner erfolgreichen Balletttruppe vor galanten Playboys und seinen eigenen Neffen vor Liebeleien in Rom fernzuhalten. Als eine junge Italienerin einen Säugling präsentiert, dessen Vater Balduins Neffe sein soll, beginnt eine Anzahl heiterer, turbulenter Abenteuer durch die Stadt Rom der frühen siebziger Jahre.

"Fellinis Roma" (1972) von Federico Fellini, der autobiografische Züge enthält, wie seine Ankunft in Rom zu Zeiten Mussolinis sowie Szenen des alltäglichen Roms. Ein ganz persönliches Stadtportrait des berühmten Regisseurs, der seine eigenen Impressionen der "Ewigen Stadt" an den Zuschauer weitergibt. Neben einer Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Cannes 1972 und einer Golden Globe Nominierung erhielt der Film noch weitere internationale Preise.

"Liebes Tagebuch" (Caro diario; 1993) von und mit Nanni Moretti, der drei alltägliche Episoden mit komischen Situationen aus seinem Leben erzählt. Der Film ist eine Huldigung an die Stadt Rom, wobei weniger die Top-Sehenswürdigkeiten als vielmehr das "hässliche" Rom mit seinen Neubauvierteln und verschmutzten Stränden zu sehen sind. Der Film erhielt den Preis für die "Beste Regie" auf den Filmfestspielen in Cannes 1994 sowie den wichtigsten italienischen Filmpreis "David di Donatello" in den Kategorien "Bester italienischer Film" und "Beste Musik".

"Gente di Roma" (2003) von Ettore Scolas, der ein liebevoll-sarkastisches Portrait der Stadt Rom und ihrer Menschen, der kleinen Leute und ihrer grossen Gefühle, filmte.

"Romanzo criminale" (2005) von Michele Placido nach einem Roman von Giancarlo de Cataldo, der auf einer wahren Geschichte beruht. Der Film erzählt die Geschichte um drei junge Banditen, die sich im Rom der 1970er Jahre kriminell etablieren möchten und bald unter den Grossen im Bereich Prostitution, Drogenhandel und Glücksspiel mitspielen. Hintergrund sind die dunklen, schattigen Gassen Roms, die das Stadtbild düster in Szene setzen.